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Impulse für mehr Klarheit im Unternehmen
In meinem Ratgeber teile ich regelmäßig Tipps, Praxiserfahrungen und Hintergrundwissen zu den Themen, die kleine Unternehmen bewegen – ohne Fachchinesisch, dafür mit echtem Mehrwert. Zudem gebe ich auch Insights zu meinen aktuellen Forschungsprojekten.
Herzlich Willkommen zu meinem persönlichen Blog. Erleben Sie hier Einblicke in meine Projekte und lassen Sie sich mit dem ein oder anderen Praxistipp inspirieren.
Forschung. Innovation. Praxistipps
Forschungsprojekt gestartet
Seit dem 1.09.2025 ist mein Forschungsprojekt NoVa Leaves gestartet. Hier geht es um die Natürliche, organische Verwertung von städtischem Laub- Aufkommen. Das Projekt ist über den Transferfonds des Forschungsverbundes InNoWest- Gemeinsam nachhaltig und digital in Nord- West- Brandenburg gefördert und hat eine Laufzeit von 9 Monaten.
Hier gehts zur Projektskizze!

Die Entstehung
Die Idee zu dem Projekt kam in einer lauen Herbstnacht als ich vom Studium in Berlin nach Hause gefahren bin. Und zwar erblickte ich meinem Heckspiegel eine Verwirbelung verschiedenster Laubblätter. Ich dachte mir so: "Was passiert damit eigentlich?" Ich stellte in den Folgejahren viele Recherchen an, sprach mit Städten und mit Betriebshöfen. Auch wenn in diesem Forschungsfeld bereits eine Menge passiert, ist die Ressource Laub weitestgehend ungenutzt und nicht in der stofflichen Verwertung systematisiert. In 2021 hatte ich dann eine wegweisende Begegnung. Ich lernte durch Zufall meinen Projektpartner kennen und wir stellten umgehend die ersten Voruntersuchungen an. Es gibt bei derartigen Vorhaben immer eine ganze Latte von Vorüberlegungen. Wie komme ich bestenfalls sortenrein an die Ressource? Muss ich es noch reinigen vor der Verarbeitung? Wie kriege ich das Laub eigentlich getrocknet? Wie wird es gelagert? Fragen über Fragen. Wir haben in dieser Phase erstmal mit einfachen Lösungen geantwortet. Der gute, alte Kartoffelsack schien prädestiniert dafür zu sein, das Laub zu trocknen. Das gelang auch wirklich sehr gut. Zerkleinert wurde per Hand. Dann ging es ans Eingemachte. Verglüht und Inhaltsstoffe extrahiert. Das waren die Arbeitsschritte, die notwendig waren, um erst einmal zu wissen, womit wir es zu tun hatten. Die Ausbeute war durchaus interessant. 10% Prozent Feststoff aus dem Trägermaterial. Das ist viel, wie ich auch lernte. Und was ist da drin? Fette, Öle und Wachse. Alles natürliche Schutzwirkstoffe des Baumes, welches er in seiner Schaltzentrale, dem Blatt, installiert. Schon bemerkenswert wie intelligent und funktional die Natur agiert. Beim Verglühen konnten wir hohe Konzentrationen von metallischen Spurenelementen identifizieren, was wahrscheinlich u.a. auch durch die Schadstoff- Kontamination aus dem urbanen Umfeld hervorgeht. Spannend auf jeden Fall. Für mich als Ingenieur ein völlig neues Feld und ich freue mich darauf in dem kommenden Projekt auf weitere spannende Erkenntnisse zu stoßen. Wenn Sie das Thema interessiert, bleiben Sie hier im Blog dabei. Es wird weitere spannende Insights geben.



Hurra, Hurra, der Herbst ist da!!
In den letzten Wochen saß ich wie auf heißen Kohlen. Wann kommt der Herbstwind und fegt das Laub von den Bäumen. Spannend auf jeden Fall, wenn man den Prozess beobachtet. Denn es fällt ja nunmal nicht über Nacht vom Himmel, in meinen Fall von den Bäumen. Dieses Jahr hat es lange gedauert bis dann endlich Ende Oktober das Laub anfing auf den Boden zu rieseln. Jedoch ist nicht jeder Baum gleichermaßen gewillt, sein kostbares Gut abzuwerfen. Manche Bäume sind eher bereit sich auf den Winter einzustellen als andere. Ich habe es auf Eichenlaub und auf Platanenlaub abgesehen. Mitte November war es dann soweit und ich bin einer Harke bewaffnet und circa 50 Jutesäcken losgezogen, um mein Forschungsobjekt zu ernten. Fragen, die mich dabei beschäftigten waren weniger wissenschaftlicher Natur, sondern sehr pragmatisch. Wie bekomme ich das Laub am Schnellsten in die Säcke? Wann ist der optimale Entnahmezeitpunkt? Wie komme ich möglichst sortenrein an die Ressource und vor allem wie bekomme ich es getrocknet, um es der Weiterverarbeitung zuzuführen? Ich kann schonmal so viel verraten: Ich hab es irgendwie hinbekommen! Den Trocknungsprozess widme ich in meinem nächsten Blog- Beitrag, also dran bleiben :)
Unverhofft kommt oft!
Auf der Suche nach Trocknungsmöglichkeiten bin schließlich wieder zu einem meiner guten Freunde aus der Jugend zurückgekehrt. Mehr Zufall als bewusste Entscheidung. Dieser eine jenige arbeitet nämlich auf einer Biogasanlage. Hier habe ich optimale Trocknungsbedingungen für meine Laubfraktionen vorgefunden. 40 Grad und Umluftgebläse. Perfekt! Innerhalb kürzester Zeit war mein Laub trocken (Restfeuchte <= 8% je nach Stapeldichte). Nur die Platane trocken zu kriegen, war eine Challenge. Aufgrund des verhältnismäßig großen Blattes hafteten die Blätter untereinander wie die Lasagne in der Auflaufform. Kein gutes Vorzeichen, denn bemerkt habe ich die verbleibende Feuchte erst beim Zerkleinern. Interessant auf jeden Fall, dass nach kürzester Zeit (< 24 Stunden) eine Pilzsporung einsetzte. Ob sich diese Reaktion noch verwerten lässt? Wir werdens sehen. Auf jeden Fall ist danach eine Menge passiert. Zerkleinert, extrahiert, präpariert und verpresst. Ergebnisse gibts in den Clips zu sehen. Was jetzt noch ansteht und wie es weitergeht, berichte ich im nächsten Blog.


befallenes Platanenlaub
Der Pilzbefall stellte sich direkt nach der Ablagerung in Jutsäcken ein. Lagerzeit < 24h

Vorverdichteter Presskuchen
Vorverdichtung von Platanenlaub. Dies ist nötig, damit der Presskuchen in die Presse passt und die geometrische Form vorbestimmt ist.

warmgepresste Faserplatte aus Platanenlaub
Der Pressversuch erfolgt ohne die Zugabe von Zusatzstoffen. Über Druck und Temperatur wurden zellulare und biochemische Verkettungsprozesse angeregt.
Galerie
Hier sind einige ausgewählte Projektergebnisse zu sehen.






